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EDV-gestützte Selbstgespräche

Tag: psyche

Spaziergänge im Osten
Teil 2: Polen
(Fragment)

[Vor­be­mer­kung, April 2016: Mei­nen groß­an­ge­leg­ten Osteuropa-Reisebericht aus dem Früh­jahr 2013 habe ich nie fer­tig gestellt. Das wird auch nicht mehr pas­sie­ren. Aber ges­tern habe ich in Google Drive das unvoll­en­dete, in Moll gehal­tene zweite Kapi­tel wie­der­ent­deckt. Man kann hieran gut sehen, wie ich Texte schreibe, für den Fall, dass das irgend­wen inter­es­siert: Jeder Satz wird […]

Verfall

Als ich vor eini­gen Wochen mei­nen Berchtesgaden-Urlaub gene­ral­stabs­mä­ßig vor­be­rei­tete, recher­chierte ich auch Sehens­wür­dig­kei­ten in Salz­burg. Es gibt in Salz­burg ein Museum, das Georg Trakl gewid­met ist, dem ande­ren gro­ßen Sohn der Stadt neben Her­bert Feu­er­stein. Zu Trakl heißt es auf salzburg.info: Trakl fühlte sich dem Leben nicht gewach­sen. Das Ver­sa­gen in der Schule, die vergeblichen […]

Mein Facebook-Profilfoto.
Bildanalyse und kritische Würdigung

Das Selbst­por­trät mit der Bild­un­ter­schrift „Steinzeit-Diät, Tag 47″ (960 × 540 Pixel, JPEG, 40 KB) wurde am Nach­mit­tag des 16. Februar 2013, einem Sams­tag, mit einer Web­cam der Marke Micro­soft im 16:9-Format auf­ge­nom­men. Einige Minu­ten spä­ter wurde das Foto im sozia­len Netz­werk Face­book ver­öf­fent­licht. Seit­dem illus­triert es in ver­klei­ner­ter, beschnit­te­ner, qua­dra­ti­scher Aus­füh­rung („Thumbnail“) das Facebook-Profil des […]

Fitnesscenter

Neu­jahr. Einer klei­nen lieb gewon­ne­nen Tra­di­tion fol­gend, reflek­tiere ich um diese Zeit des Jah­res stets über eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft. Als wäre das nicht die schlech­teste aller denk­ba­ren Optio­nen, schreibe ich ein­fach mal einen Grund­satz­ar­ti­kel dar­über. Wer das ernst­haft lesen möchte sei gewarnt: Die­ser Text wird wahr­schein­lich doof. * * * Als ich jün­ger war, habe ich viele Dinge […]

Retrospektive: Jurastudium in Zeichnungen

Beuys‘ Losung „Jeder Mensch ist ein Künst­ler“ trifft ja in mei­nem Fall übri­gens voll zu! Oder traf. Zu die­sem Schluss muss ich kom­men, beim Betrach­ten mei­ner jüngst wie­der­ge­fun­de­nen Zeich­nun­gen aus der Mitte des ver­gan­ge­nen Jahr­zehnts. Sie über­dau­er­ten in einem alten Nazi-Tresor Col­le­ge­block aus eben­je­ner Epo­che. Wenn ich die kryp­ti­schen Notiz­frag­mente rich­tig deute, doku­men­tie­ren sie Zivil­dienst­lehr­gang (Ritterhude, […]

Liebe.

Liebe. Bestimmt wer­den sich einige an die­ses Gefühl erin­nern: Jenes Gefühl, als ob dir einer mit ros­ti­gem Nato-Draht dei­nen Brust­korb so fest ein­schnürt, dass dir der Atem weg­bleibt, um die Schlinge dann mit bra­chia­ler Urge­walt zuzu­zie­hen. Die­ses Gefühl, als wür­dest du nach einer drei­wö­chi­gen, pau­sen­lo­sen Happy-Slapping-Attacke zum ers­ten Mal im Spie­gel dein blut­ver­krus­te­tes und für immer […]

Extreme Remembering

Es gibt einige Bege­ben­hei­ten aus mei­ner frü­hen Kind­heit, an die ich mich prä­zise erin­nere. Zum Bei­spiel als ich das Wort „kahl“ zum ers­ten Mal hörte. Es war Herbst, nass­kal­tes Wet­ter, die Fami­lie saß im Auto und meine Mut­ter sagte: „Die Bäume sind schon ganz kahl.“ Zu sehen war im Vor­bei­fah­ren ein hoher eichen­ar­ti­ger Baum mit […]

Du musst Bahnfahren

In mei­nem Leben über­la­gern sich der­zeit zwei­er­lei Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse. Ers­tens kann ich nur noch bis zum 30. Sep­tem­ber das Semes­ter­ti­cket nut­zen. Die­ses ermög­licht mir, mit dem ÖPNV unent­gelt­lich durch Nordrhein-Westfalen zu fah­ren. Ich könnte jeden Tag 24 Stun­den lang im Zug sit­zen und die Welt zwi­schen Osna­brück und Bad Hon­nef, Aachen und Höx­ter an mir vorüberziehen […]

Deutschlandreise
Teil 3: Mosel, Eifel und Maschinen

Das Schick­sal wollte es, dass wir in Kobern-Gondorf auf­wa­chen. Das Schick­sal in Gestalt von booking.com, das hier die preis­güns­tigste Unter­kunft an der Unter­mo­sel ver­or­tet hatte. Nun lie­gen wir gemein­sam in einem Dop­pel­bett: Zwei Män­ner, auf die 30 zuge­hend, die jeweils ange­ben, nicht wis­sent­lich schwul zu sein. Wir wol­len nur spa­ren. Wir lösen uns aus unserer […]

Traktat über den Sozialneid

Invi­dia (Giotto, ca. 1305) Mit Sozi­al­neid kann ich eigent­lich nicht all­zu­viel anfan­gen. Ist ja schon ziem­lich uncool und so. Denke ich an Sozi­al­neid, denke ich an strei­kende IG-Metaller in roten Plas­tik­leib­chen. Oder an eine Gruppe von 50-jährigen Rau­che­rin­nen mit lila Haa­ren vor dem Haupt­ein­gang der Arge. Aber trotz­dem, auch ich bin vor Sozi­al­neid nicht gefeit. Wenn […]