Verschiedenes mit einem Schwerpunkt auf Musik

by aj

Die­ses Blog­gen ist wirk­lich unglaub­lich schwer. Weil, es gibt ja nichts zu sagen. Es ist alles gesagt. Bitte glaubt mir. Zum Ver­zwei­feln! Ich war letz­tens schon kurz davor, aus lau­ter Not was über mei­nen Penis zu schrei­ben. Das wäre ein neuer Tief­punkt gewe­sen, aber es wäre zumin­dest dem Anschein nach Con­tent gewe­sen. Ein paar Ascii-Zeichen in wir­rer Rei­hen­folge, die diese furcht­ba­ren Wetter-Icons von der obers­ten Posi­tion der Start­seite ver­drän­gen. Aber man muss es ja nicht über­trei­ben. Nicht um jeden Preis, dachte ich mir. Das mit dem Penis hebe ich mir für noch schwe­rere Stun­den auf.

Es pas­sie­ren natür­lich schon Dinge, bei denen ich dachte, da könn­test du mal wie­der was ins Blog schrei­ben. Zum Bei­spiel, dass der Google Rea­der am 1. Juli abge­schal­tet wird. Und was das für eine him­mel­schrei­ende Saue­rei ist. Da hat bestimmt noch nie­mand drü­ber geb­loggt. Die hohen Her­ren von Google mei­nen wohl, sie kön­nen sich alles erlau­ben, wie!? Zum Thema Google Rea­der habe ich einen Arti­kel auf Halde, der mit einem pas­sen­den Bibel­zi­tat beginnt:

Ich bin nackt von mei­ner Mut­ter Leibe gekom­men, nackt werde ich wie­der dahin­fah­ren. Der HERR hat’s gege­ben, der HERR hat’s genom­men; der Name des HERRN sei gelobt!

Nur, wen inter­es­siert bitte der Google Rea­der? Oder wer weiß, was der Google Rea­der ist? Das ist kein gutes Thema, um die Mas­sen zu mobi­li­sie­ren, was aber erklär­tes Ziel mei­nes Blogs ist.

Dann habe ich hier noch einen Artikel-Entwurf über Edward Snow­den, Prism-Whistleblower. Der Arbeits­ti­tel lau­tet „And then a hero comes along“. Was für ein fuck ner­di­ger Mist. Wird nicht fort­ge­führt, wird nicht veröffentlicht.

Aber so kam es, dass ich mal wie­der an die frühe Mariah Carey dachte und mir die Melo­dien nicht mehr aus dem Ohr gin­gen. Was für ein lie­bes Mäd­chen sie doch mal war. Ich war immer ein biss­chen Fan von ihr, in den 90ern, dem „guten Jahr­zehnt“, wie ich es nenne. Ja, ich gebe das gerne hier zu, und ja, ich habe Ame­ri­can Psy­cho durch­aus gesehen.

Man ver­gisst oft wie erfolg­reich Mariah Carey war. Im Wikipedia-Artikel steht, dass sie „18 Nummer-eins-Hits in den USA“ hatte und als „erfolg­reichste Künst­le­rin in der Geschichte der Bill­board Hot 100″ gilt. Außer­dem steht dort, dass ihre Karriere-Biographie offen­bar völ­lig stan­dard­mä­ßig ver­lief. Von Mariah Carey heißt es, sie hätte ihre gro­ßen Songs wie Hero oder Dreamlover selbst geschrie­ben. Ich frage mich, ob das Marketing-Legenden sind. Schließ­lich ist die Musik­in­dus­trie eine Indus­trie wie jede andere; die bes­ten Ergeb­nisse müss­ten mit­hin durch Arbeits­tei­lung erzielt wer­den. Wer in fünf Okta­ven mit Pfeif­re­gis­ter und Belting sin­gen kann, kann doch keine Songs auf Welt­ni­veau kom­po­nie­ren kön­nen — oder doch? Bach zum Bei­spiel war sei­ner­zeit in ers­ter Linie als vir­tuo­ser Orga­nist bekannt. Wie dem auch sei, ich habe mir jeden­falls ihre Com­pi­la­tion The Bal­lads gekauft.

Wo wir gerade dabei sind, kann ich gleich noch einen wei­te­ren Musik­tipp in den Wind spre­chen: Das Album Rod­rigo Y Gabriela (2006) von Rod­rigo Y Gabriela ist ver­mut­lich das beste Album der Welt. Gut, ich kenne nicht alle (außer­dem bin ich wirk­lich keine Auto­ri­tät auf dem Gebiet, wer es noch nicht gemerkt hat), aber es ist so ein Gefühl. Es ist Rhythmusgitarren-Mucke in aller­höchs­ter Per­fek­tion, wobei die Gitar­ren auch per­kus­siv benutzt wer­den, d.h. Gabriela und Rod­rigo trom­meln drauf rum. Wahn­sinn.

Noch ein guter Song: U-Bahn. Kannte ich noch nicht.

Was gab es sonst so? Made­leine von Schwe­den hat gehei­ra­tet, was viele nicht aus­rei­chend gewür­digt haben. Mich hat die Nach­richt einige Tage in tiefe Melan­cho­lie ver­setzt. Ich weiß noch, als ich Made­leine von Schwe­den zum ers­ten Mal sah. Da muss ich so elf/zwölf Jahre alt gewe­sen sein. Sie war auf dem Titel der Neuen Post, der Frau mit Herz oder einer ver­gleich­ba­ren Zeit­schrift, die meine Oma, wenn sie uns besuchte, sta­pel­weise mit­zu­brin­gen pflegte. Auf Made­lei­nes 13/14-jährigem Kopf fun­kelte ein Dia­dem. Sowieso fun­kelte alles auf die­sem Foto. Es war einer die­ser „Dies Bild­nis ist bezau­bernd schön“-Momente, die man nicht sooo häu­fig hat. Tja. Alles Gute.

Foto oben: redhoopoe/flickr, Lizenz
Foto unten: Fran­kie Fouganthin/Wikimedia Com­mons, Lizenz