ajup-Logo

EDV-gestützte Selbstgespräche

Die Schamkapsel

Der Trend der Schamkapsel hat sich dann doch nie so recht durchsetzen können — zumindest nicht in der Alltagsbekleidung von heute. Schade, denn praktisch wäre so ein Accessoire allemal. Ich plädiere für ein Revival des codpiece und spreche zuvorderst euch an, liebe Hipster. Macht euch mal nützlich!

Schampkapsel1

Schamkapsel2

Schamkapsel3

Bildquellen: 1, 2, 3

Wie man Google+ aus YouTube entfernt


Direkt-Link, ein Video-Debattenbeitrag von HowToBasic

Radio-Gespräche

Herbstzeit ist ja immer auch Radiozeit. Dieser Satz ergibt absolut keinen Sinn, aber ich brauchte einen gefälligen Einstieg. So, das wäre erledigt. Hier nun ein paar Gespräche aus dem Radio, die ich empfehlenswert finde; denn mit ein bisschen Phantasie ist es fast so, als wären außer einem selbst noch andere Menschen im Raum:

  • Maria Simon bei Hörbar Rust (Radio Eins, 44 Minuten, 2. Mai): Von Maria Simon bin ich seit Good Bye Lenin Fan. Naja gut. Das heißt jetzt nicht, dass ich den Polizeiruf einschalten würde, aber manchmal denke ich drüber nach. Mp3 und Video.
  • Jan Böhmermann bei Redezeit (WDR5, 26 Minuten, 14. Oktober): Jan Böhmermann fängt demnächst seine Show „Neo Magazin“ an und ist auch in diesem hochjournalistischen Interview (Titel „Die Hoffnung auf besseres Fernsehen“) immer für ein Bonmot, wie man so sagt, gut. (Dieses Anteasern ist echt schlimm.) Artikelseite und Mp3.
  • Moritz Bleibtreu bei Hörbar Rust (Radio Eins, 1 Stunde, 8. September): Eigentlich empfehle ich nur die fünf Minuten am Ende, wo er, auf seinen McDonald’s-Komplettausverkauf angesprochen, ausrastet ein bisschen aggro wird. Den Ausschnitt gibt es auch bei Youtube, das ganze Gespräch hier als Mp3.
  • Manuel Andrack bei Leute (SWR1, 29 Minuten, 10. Oktober): Kaum zu glauben, dass der einmal — mit — die Speerspitze des Entertainments im deutschen Fernsehen war. Aber Andrack ist mal wieder im Radio bzw. auf Youtube, das muss man natürlich dokumentieren. Mp3.


Direkt-Link

Neulich auf Twitter

Verfall

Als ich vor einigen Wochen meinen Berchtesgaden-Urlaub generalstabsmäßig vorbereitete, recherchierte ich auch Sehenswürdigkeiten in Salzburg. Es gibt in Salzburg ein Museum, das Georg Trakl gewidmet ist, dem anderen großen Sohn der Stadt neben Herbert Feuerstein. Zu Trakl heißt es auf salzburg.info:

Trakl fühlte sich dem Leben nicht gewachsen. Das Versagen in der Schule, die vergeblichen beruflichen Anläufe als Apotheker und später der häufige Wechsel zwischen Salzburg, Wien und Innsbruck lassen ihn als einen von Angst– und Schuldgefühlen verfolgten Menschen erscheinen, dessen Kraft zur Umsetzung in poetische Bilder staunenswert ist.

Expressionistische Lyrik war im Deutsch LK das Thema, das ich am wenigsten kapierte. Über ein Trakl-Gedicht habe ich dann auch eine ziemlich miese Klausur abgeliefert, bei der guten Frau K. Vier minus oder so. Man könnte auch sagen, dass ich bei diesem Thema an meine intellektuelle Leistungsgrenze gestoßen bin. (Es sollte nicht das letzte Mal bleiben.)

Trotzdem oder deshalb war ich von Georg Trakl, diesem schwerstdepressiven Junkie, der mit seiner Schwester schlief und sich mit 27 totkokste, fasziniert. Und so habe ich neulich mal wieder in Trakls Gedichte reingeschaut — konkret in seinen Gedichtband von 1913, den man hier als Ebook runterladen kann.

Wahnsinn, diese Beobachtungen, diese Stimmungen, dieses Umschlagen von Hoch– in Angstgefühle. Schade, dass ich nicht kompetent genug bin, sonst viel Erhellendes dazu zu sagen. Ein Zeit–Artikel zu seinem 50. Todestag ist überschrieben mit „Er notierte das Unausdrückbare“, was es wahrscheinlich gut trifft.

* * *

Letzten Donnerstag war ich mal wieder Wandern. Ich ging einen 24 Kilometer langen Weg von Billerbeck nach Münster-Albachten und überschritt dabei die sogenannten Baumberge. Wer Buchenwälder und Streuobstwiesen mag, dem kann ich diese Wanderung fast uneingeschränkt empfehlen (am Ende auf den Asphaltwegen zieht es sich dann allerdings derbe).

Erst lustlos, dann beschwingt wanderte ich also durch diese Hügellandschaft, die um elf Uhr noch in Nebelschwaden lag. Links und rechts des Wegs reckten mir Apfelbäume ihre frische rotbackige Kost entgegen, die ich dankend annahm. Die Sonne brach durch das lichte Blätterdach der Wälder. Feldhasen hoppelten, Schafe blökten, Kühe käuten wieder. Mir war nicht klar, dass es in der Nähe von Münster eine so gut gemachte Bilderbuchlandschaft gab. Mein Herz ging auf.

Manchmal aber kamen diese erdenden Momente. Einmal ging ich freudestrahlend auf etwas Rundes zu, das auf dem Boden lag und aussah wie eine Frucht. Beim Näherkommen stellte ich jedoch fest, dass es sich um eine tote Spitzmaus handelte, auf deren aufgeplatztem Kadavar eine Wespe krabbelte und äste. Ein kleiner Schreck durchfuhr mich. Und plötzlich kam mir dieser Vers aus Georg Trakls womöglich bestem Sonett in den Sinn, der diesen Augenblick für mich in Worte fasste:

Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.

Ich hatte mich von der Landschaft blenden lassen. Diese lächerliche Kulisse hatte mich vergessen lassen, in welcher todbringenden Umgebung ich mich aufhielt. In der „Natur“ war der Verfall allgegenwärtig, besann ich mich. Hier spielte der Tod, anders als in unserer gekünstelten Scheinrealität, eine ebenso große Rolle wie das Leben.

Im Fortgang meiner Wanderung mehrten sich die sichtbaren Insignien des Verfalls. Sie waren überall. Rechts ein nasser verfaulter Baumstumpf, links ein vom Sturm abgerissener Ast, eine verdorrte Blume, direkt zu meinen Füßen ein bis zur Unkenntlichkeit grausam zerfetzter Vogel mit verdrehtem Hals. Fast schockierend, wie aus all dem das Leben herausgeprügelt war — reiches, wertvolles, einmaliges Leben — und vor allem: Wie normal das war. Was einstmals lebte, ist in Sekundenbruchteilen vergangen. Vielleicht stimmt es, dass wir uns (also die spätkapitalistische, output-orientierte, atheistische Verdrängungsgesellschaft) viel zu wenig mit dem Tod beschäftigen.

Ist es nicht ziemlich skandalös, dass nichts bleiben wird? Aber wirklich gar nichts? Das ganze Lernen, das ganze Gerede, das ganze Arbeiten, der ganze Stress… und dann: nichts? Wo bleibt da der Aufschrei, frage ich mich.

An einem Maisfeld stand eins dieser Kreuze, wie man sie häufig im katholischen Münsterland antrifft. Da hatten sie einen Steinmetz beauftragt und dann wurde das einfach so hingestellt — ohne jede Gewinnerzielungsabsicht und ohne Geschäftsmodell dahinter. Die Zeit haben sie sich genommen, die Mühe war es ihnen wert. Wenn man über die Vergänglichkeit nachdenkt, kommt man sich ganz schön bescheuert vor, nicht religiös zu sein.

Erkenntnisse, kurz notiert

Zum zehnjährigen Abitreffen sollte man auf jeden Fall hingehen. Andererseits aber auch lieber doch nicht. Letzteres gilt vor allem dann, wenn man zu übermäßiger Nostalgie neigt und alles, was in der Zukunft liegt, im Grunde verachtet.

Das Rewe-Eis Caramel Passion schmeckt, als hätte Gott versucht, ein Magnum aus Kinder Maxi King zu modellieren. Die haben da so kleine Schoko-Kügelchen reingemacht. Superb.

Diesen Kurztest zur Prüfung der verbalen Intelligenz in „schwer“ mitzumachen, ist ganz schön schwer. Aber irgendwie auch Balsam für meinen über Jahre heruntergewirtschaftet geglaubten Intellekt.

Sonnenkönig Louis XIV. hatte es ja auch nicht leicht. Stichwort Zahnhygiene:

Dr. Daquin geht immerhin so geschickt vor, daß er dem König zusammen mit den unteren Zähnen auch gleich den Kiefer zerbricht und ihm, zusammen mit den oberen Zähnen, einen großen Teil des Gaumens herausreißt, alles den Lehren der Sorbonne entsprechend: ohne Narkose. (…) Einen Monat später notiert er in seinem Tagebuch: „Zum Zweck der Desinfektion habe ich seiner Majestät das Loch im Gaumen 14mal mit einem glühenden Eisenstab ausgebrannt.“

Fortan erleben die Tischgenossen seiner Majestät täglich das Spektakel. daß dem großen Bourbonen, wenn er trinkt, das halbe Glas Wein gleich wieder zur Nase heraussprudelt. Schlimmer noch: in der offenen Tropfsteinhöhle mit der sich der Mund des Königs zur Nase öffnet, setzen sich ständig größere Brocken fester Nahrung auf so komplizierte Weise fest, daß sie sich erst nach Wochen durch die Nase auflösen, mit fürchterlichem Gestank. (H.-C. Zander)

Wenn man schon drei neue Glonass-Satelliten wegbämt, sollte man zumindest in einen guten Kameramann investiert haben:

Das hier ist lustig.

2005–2013

Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
– Hiob 1

Adé, schöner Prinz! Es waren gute Jahre. Mögest du in den ewigen Contentgründen für immer weiter aggregieren… Aber weiter im Text.

Verschiedenes mit einem Schwerpunkt auf Musik

Dieses Bloggen ist wirklich unglaublich schwer. Weil, es gibt ja nichts zu sagen. Es ist alles gesagt. Bitte glaubt mir. Zum Verzweifeln! Ich war letztens schon kurz davor, aus lauter Not was über meinen Penis zu schreiben. Das wäre ein neuer Tiefpunkt gewesen, aber es wäre zumindest dem Anschein nach Content gewesen. Ein paar Ascii-Zeichen in wirrer Reihenfolge, die diese furchtbaren Wetter-Icons von der obersten Position der Startseite verdrängen. Aber man muss es ja nicht übertreiben. Nicht um jeden Preis, dachte ich mir. Das mit dem Penis hebe ich mir für noch schwerere Stunden auf.

Es passieren natürlich schon Dinge, bei denen ich dachte, da könntest du mal wieder was ins Blog schreiben. Zum Beispiel, dass der Google Reader am 1. Juli abgeschaltet wird. Und was das für eine himmelschreiende Sauerei ist. Da hat bestimmt noch niemand drüber gebloggt. Die hohen Herren von Google meinen wohl, sie können sich alles erlauben, wie!? Zum Thema Google Reader habe ich einen Artikel auf Halde, der mit einem passenden Bibelzitat beginnt:

Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!

Nur, wen interessiert bitte der Google Reader? Oder wer weiß, was der Google Reader ist? Das ist kein gutes Thema, um die Massen zu mobilisieren, was aber erklärtes Ziel meines Blogs ist.

Dann habe ich hier noch einen Artikel-Entwurf über Edward Snowden, Prism-Whistleblower. Der Arbeitstitel lautet „And then a hero comes along“. Was für ein fuck nerdiger Mist. Wird nicht fortgeführt, wird nicht veröffentlicht.

Aber so kam es, dass ich mal wieder an die frühe Mariah Carey dachte und mir die Melodien nicht mehr aus dem Ohr gingen. Was für ein liebes Mädchen sie doch mal war. Ich war immer ein bisschen Fan von ihr, in den 90ern, dem „guten Jahrzehnt“, wie ich es nenne. Ja, ich gebe das gerne hier zu, und ja, ich habe American Psycho durchaus gesehen. Weiterlesen »

Freie Wetter-Icons

2007 habe ich mal ein Set von Wetter-Symbolen erstellt, die seither auf einer meiner Websites zum Einsatz kamen. „Inhaltlich“ waren sie von den frühen Piktogrammen von Donnerwetter.de inspiriert (die kann man zum Beispiel hier noch bewundern). Gestalterisch heben sie sich aber deutlich davon ab. Da sie vielleicht noch benutzbar sind, entlasse ich die Dinger hiermit feierlich in die Gemeinfreiheit / Public Domain (vgl. CC0 1.0).

Es handelt sich um 24 GIF-Dateien im Format 108 × 75 Pixel, und sogar die Vektor-Datei habe ich wiedergefunden (AI-Format). All das gibt es hier zum Download.

Auflistung der Wetter-Symbole

Und hier nochmal für Goog maschinenlesbar: sonnig / klar, heiter, wolkig, bewölkt / bedeckt, Nebel, vereinzelt Regen, Regen, Schnee, Schneeregen, wechselhaft mit Regen, wechselhaft mit Schnee, Gewitter.

Sternstunden der Menschheit

Zu den großen verkannten Genies unserer Zeit gehört der Typ, der im Labor unter der Coca-Cola Company haust. Die einen glaubten lange, er sei irre, andere verlachten ihn nur. Aber eines Tages kam er nach oben, nassgeschwitzt, aschfahl, ausgemergelt, und er verschlug der Welt den Atem. Er hatte solange Wasser mit Insektiziden, ätzenden Säuren und anderen mystischen Substanzen verrührt, bis am Ende Coke Zero in den Rundkolben tropfte. Was für ein Elexier hat dieser Alchemist, dieser Hexenmeister entdeckt! Ein Gebräu, das Nährwerte wie klarstes Bergquellwasser aufweist, und dennoch genießbar ist. Mein Gott. An diesem Tag hat der Mensch die Natur einmal mehr in ihre Schranken verwiesen.

Ist ein besseres Produkt als Coke Zero denkbar? Was könnte besser sein als ein grob an Cola erinnerndes Getränk, das 0 Kalorien, 0 % Zucker, 0 % Fett, 0 % gesättigte Fettsäuren und 1 % Natrium enthält?

Die Antwort lautet: Null-Zucker-Cola, die in mit „ja!“ etikettierte Flaschen gefüllt und zu einem Preis vertickt wird, der einem die Schamesröte ins Gesicht treibt. Ich traute meinen Augen nicht, als ich die Teile bei Rewe entdeckt habe. Ganz unten, gut versteckt im Regal, reserviert für den anspruchsvollen, preisbewussten, informierten, prekär lebenden Konsumisten von heute. Für mich.

78 Cent für 2 x 1,5 Liter ja! Cola null Zucker ergibt einen Literpreis von 26 Cent. Das ist doch eine schöne Sache. Das äquivalente Coca-Cola-Produkt kostet das Drei– bis Vierfache.

Aber stell Dir vor, Du bringst das beste Produkt der Welt zum Selbstkostenpreis auf den Markt, und keiner kapiert es. Das scheint Rewe mit dieser Cola passiert zu sein, wenn ich das jüngste Label-Redesign richtig deute. Nun düften letzte Unklarheiten ausgeräumt sein…